Die Initiative für Lesbarkeit und digitale Barrierefreiheit warnt vor dem zunehmenden Einsatz von vollständig in Großbuchstaben gesetzten Überschriften und Texten. Neue Erkenntnisse aus der Leseforschung zeigen deutlich: Versalien erschweren das Lesen, verlangsamen die Informationsaufnahme und behindern eine klare Kommunikation.
„Menschen lesen nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern Wortbilder“, erklärt die Initiative. „Großbuchstaben zerstören diese Wortbilder und machen Texte unnötig anstrengend.“ Studien belegen, dass die Lesegeschwindigkeit bei Versaltexten um bis zu 20 Prozent sinken kann.
Kernergebnisse der aktuellen Analyse
- Lesegeschwindigkeit — Großbuchstaben verlangsamen das Lesen messbar, weil alle Buchstaben dieselbe Höhe haben und das Auge keine vertrauten Wortformen erkennt.
- Kommunikationswirkung — Texte in Großbuchstaben wirken schnell wie „Anschreien“ und verlieren an Professionalität.
- Barrierefreiheit — Menschen mit Legasthenie oder Sehbeeinträchtigungen haben besondere Schwierigkeiten mit Versaltexten.
- Ermüdungseffekt — Das Auge muss mehr Arbeit leisten, um die gleichförmigen Zeichen zu unterscheiden.
Statement der Initiative
„Wir appellieren an Unternehmen, Behörden und Medienhäuser, auf vollständig großgeschriebene Überschriften und Texte zu verzichten. Gute Kommunikation lebt von Klarheit – und Klarheit entsteht durch gut lesbare Typografie“, so die Sprecherin der Initiative.
Empfehlung für die Praxis
- Gemischte Schreibweise nutzen, um natürliche Wortbilder zu erhalten
- Typografische Hervorhebungen wie Fettung oder Farbe statt Versalien einsetzen
- Barrierefreie Standards in digitalen Medien berücksichtigen
